Zeitweilige Arbeitslosigkeit

1) Zeitweilige Arbeitslosigkeit: Was ist das?

Der Begriff „zeitweilige Arbeitslosigkeit“ bezieht sich auf Arbeitnehmer/-innen, die zwar an einen Arbeitsvertrag gebunden sind, deren Arbeitsleistungen jedoch vorübergehend reduziert oder ausgesetzt wurden.

Sobald ein(e) Arbeitnehmer/-in innerhalb des Zeitraums einer zeitweiligen Arbeitslosigkeit kein Gehalt bekommt, kann er als zeitweilig(e) Arbeitslose(r) Anspruch auf Arbeitslosengeld erheben.

Für eine zeitweilige Arbeitslosigkeit kann es folgende Ursachen geben:

  • wirtschaftliche Gründe
  • schlechtes Wetter (nur bei Arbeitern)
  • technische Störungen (nur bei Arbeitern)
  • höhere Gewalt
  • Unternehmensschließung während des Jahresurlaubs
  • Streiks oder Lockouts

Ausnahmemaßnahme

Für alle Anträge auf Arbeitslosengeld zwischen dem 01.02.2020 und dem 30.06.2020, egal aus welchen Gründen, kann das vereinfachte Verfahren „Zeitweilige Arbeitslosigkeit aufgrund des Coronavirus (COVID-19)“ genutzt werden (für eine Beschreibung des Verfahrens siehe unten). Die Bedingungen hängen jedoch vom Grund der Arbeitslosigkeit ab.

Was müssen Sie tun?

Zeitweilige Arbeitslosigkeit aufgrund des Coronavirus (COVID-19)

Infolge der Coronavirus-Krise wurde eine neue spezifische Unterstützung für die zeitweilige Arbeitslosigkeit aufgrund des Coronavirus geschaffen. Der Antrag sowie die Berechnung für diese Unterstützung wurden vereinfacht.

Ausführliche Informationen zu diesem Thema finden Sie hier.

2) Habe ich Anspruch auf Arbeitslosengeld?

Zeitweilige Arbeitslosigkeit infolge höherer Gewalt, ungünstiger Witterung, eines technischen Unfalls oder der Unternehmensschließung wegen Jahresurlaub

Im Gegensatz zu Voll- und Teilzeitarbeitslosen aus wirtschaftlichen Gründen haben Teilzeitarbeitslose in diesen Fällen Anspruch auf Arbeitslosengeld und müssen keinen Nachweis für eine bestimmte Anzahl an Arbeitstagen erbringen

Zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen

Arbeiter/-innen und Arbeitnehmer/-innen müssen dieselben Bedingungen erfüllen wie im Falle einer Vollarbeitslosigkeit. Das heißt, dass sie einen hinreichenden Nachweis ihrer Arbeitstage erbringen können müssen.

Diese Regelung gilt nicht, wenn der Arbeitnehmer bzw. die Arbeitnehmerin:

  • bereits vor dem 1. Oktober 2016 bei demselben Arbeitgeber Arbeitslosengeld als zeitweiliger Arbeitslose(r) bezogen hat;
  • vor dem 18. Lebensjahr Anspruch auf Übergangsgeld (Geld, das in der Zeit der Teilzeitschulpflicht gewährt wird) hatte;
  • aufgrund der Ausübung eines Studiums Anspruch auf dieses Geld hat (Eingliederungsgeld).

Diese Regelung gilt ebenfalls nicht für Arbeitnehmer/-innen, die zwischen dem 01.02.2020 und dem 30.06.2020 aus wirtschaftlichen Gründen zeitweilig arbeitslos werden.

Zeitweilige Arbeitslosigkeit infolge eines Streiks oder einer Aussperrung

Im Gegensatz zu Voll- und Teilzeitarbeitslosen aus wirtschaftlichen Gründen, haben Teilzeitarbeitslose in diesen Fällen Anspruch auf Arbeitslosengeld und müssen keinen Nachweis für eine bestimmte Anzahl an Arbeitstagen erbringen.

3) Wie und innerhalb welcher Frist muss ich den Antrag einreichen?

Zwischen dem 01.02.2020 und dem 30.06.2020 kann für alle Anträge auf Arbeitslosengeld bei zeitweiliger Arbeitslosigkeit das vereinfachte Verfahren „Zeitweilige Arbeitslosigkeit infolge des Coronavirus (COVID-19)“ genutzt werden, vorbehaltlich der Zusatzdokumente, zu deren Übermittlung Sie je nach Art Ihres Antrags aufgefordert werden können:

Zeitweilige Arbeitslosigkeit aus wirtschaftlichen Gründen

  • Übermitteln Sie uns Ihr (vereinfachtes) Formular C3.2-Arbeitnehmer(-CORONA)
  • Ihr Arbeitgeber wird die HfA außerdem mittels einer elektronischen Meldung über die Anzahl der Tage Ihrer vorübergehenden Arbeitslosigkeit informieren.

Ihr Antrag muss bis zum Ende des 2. Monats nach dem Monat, in dem der erste Tag Ihrer zeitweiligen Arbeitslosigkeit lag, beim LfA eingereicht werden.

Beispiel: Wenn Sie am 15. Mai zeitweilig arbeitslos wurden, muss dem LfA Ihr Antrag also vor Ende Juli vorliegen.

Zeitweilige Arbeitslosigkeit infolge höherer Gewalt, ungünstiger Witterung, eines technischen Unfalls oder der Unternehmensschließung wegen Jahresurlaub

  • Übermitteln Sie uns Ihr (vereinfachtes) Formular C3.2-Arbeitnehmer(-CORONA)
  • Ihr Arbeitgeber wird die HfA außerdem mittels einer elektronischen Meldung über die Anzahl der Tage Ihrer vorübergehenden Arbeitslosigkeit informieren.

Ihr Antrag muss bis zum Ende des 2. Monats nach dem Monat, in dem der erste Tag Ihrer zeitweiligen Arbeitslosigkeit lag, beim LfA eingereicht werden

Beispiel: Wenn Sie am 15. Mai zeitweilig arbeitslos wurden, muss dem LfA Ihr Antrag also vor Ende Juli vorliegen

Zeitweilige Arbeitslosigkeit infolge eines Streiks oder einer Aussperrung

Sie müssen Ihren Arbeitgeber im Voraus darüber informieren, dass Sie aufgrund einer Streikaktion nicht arbeiten können. Er wird die HfA mittels einer elektronischen Meldung darüber informieren

  • Übermitteln Sie uns Ihr (vereinfachtes) Formular C3.2-Arbeitnehmer(-CORONA)
  • Ihr Arbeitgeber wird die HfA außerdem mittels einer elektronischen Meldung über die Anzahl der Tage Ihrer vorübergehenden Arbeitslosigkeit informieren.

Ihr Antrag muss bis zum Ende des 6. Monats nach dem Monat, in dem der erste Tag Ihrer zeitweiligen Arbeitslosigkeit lag, beim LfA eingereicht werden.

Beispiel: Wenn Sie am 15. Mai zeitweilig arbeitslos wurden, muss dem LfA Ihr Antrag also vor Ende November vorliegen.

4) Welche Pflichten haben Sie?

Als zeitweilige(r) Arbeitslose(r) müssen Sie:

  • im Besitz einer monatlichen Kontrollkarte C3.2A sein und diese ausfüllen; anschließend müssen Sie diese Karte am Monatsende an Ihre Hilfszahlstelle übermitteln, um Ihre Zahlung zu genehmigen.
    Innerhalb des Zeitraums vom 01.03.2020 bis zum 30.06.2020 werden zeitweilige Arbeitslose davon befreit, eine Kontrollkarte C3.2A besitzen, ausfüllen und bei der jeweiligen Zahlstelle einzureichen zu müssen
  • arbeitsfähig sein;
  • sich in Belgien aufhalten.

Zeitweilige Arbeitslose werden im Prinzip davon befreit, sich als arbeitssuchend zu melden und für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen.

Es bestehen Ausnahmen für bestimmte Kategorien zeitweiliger Arbeitsloser.

Diese lauten wie folgt:

  • Zeitweilige Arbeitslose aufgrund höherer Gewalt (eventuell aus medizinischen Gründen) müssen nach den ersten 3 Monaten ihrer Arbeitslosigkeit:
    • für den Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen;
    • sich innerhalb von 8 Tagen, die auf den Zeitraum der vorausgegangenen drei Monate folgen, als arbeitssuchend melden.
    Eine Meldung als Arbeitssuchende(r) vor Ablauf dieses Zeitraums ist wirkungslos und sinnlos, wenn die Arbeit in der Zwischenzeit wieder aufgenommen werden könnte.
  • Zeitweilige Arbeitslose durch „Arbeitsmangel aus wirtschaftlichen Gründen External link icon“ müssen für den allgemeinen Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und jede Beschäftigung annehmen, die ihnen nach 6 Monaten der zeitweiligen Arbeitslosigkeit angeboten wird.
    Auf einen 4-wöchigen Zeitraum der vollständigen Arbeitswiederaufnahme folgt ein neuer 6-monatiger Zeitraum.

5) Arbeitslosengeld

Der Betrag des zeitweiligen Arbeitslosengeldes wird auf 65 % der zuletzt erhaltenen Vergütung festgelegt. Dieser Betrag wird jedoch ausnahmsweise auf 70 % festgelegt, wenn die vorübergehende Arbeitslosigkeit zwischen dem 1. Februar 2020 und dem 30. Juni 2020 eintritt.

Hinweis: Die berücksichtigte Vergütung ist begrenzt, sodass höchstens 2.754,76 € pro Monat (Index am 01.03.2020) berücksichtigt werden.

Anders als bei der Vollarbeitslosigkeit erfolgt bei einer vorübergehenden Arbeitslosigkeit keine Reduzierung des Arbeitslosengeldes.

Für dieses zeitweilige Arbeitslosengeld ist ein Berufssteuervorabzug zu entrichten (26,75 %).

In diesem Zeitraum werden pro Tag der zeitweiligen Arbeitslosigkeit – höhere Gewalt: Coronavirus – zusätzlich 5,63 € gewährt. Die genauen Modalitäten sind uns jedoch bisher noch nicht bekannt.

Letzte Änderung: 07/04/2020