Infoblatt C220-Tagesmutter/-vater

Dieses Infodokument "Antrag auf eine Aufsichtsunterstützung als Tagesmutter/-vater" - mit dem Formular C220A und C220B bietet Ihnen eine Übersicht Ihrer Anrechte und Pflichten, und gibt Ihnen die wichtigsten Informationen, die Sie als Tagesmutter/-vater wissen müssen, um die Aufsichtsunterstützung zu erhalten.

Was müssen Sie tun?

Sie stellen einen Antrag

Melden Sie sich bei dem HfA um dort mit dem Formular C220A einen Antrag auf Aufsichtsunterstützungen einzureichen.

Gebrauch des Formulars C220B

Dieses Formular reichen Sie ordnungsmäßig ausgefüllt und unterzeichnet bei HfA ein, um die Aufsichtsunterstützungen für einen bestimmten Monat zu erhalten. Die Dienststelle, von der Sie Mitglied sind, wird Ihnen diese Unterstützung am Ende des Monats auszahlen, wenn Sie für den betroffenen Monat einen Einkommensverlust ertragen haben, der auf die Abwesenheit von Kindern, welche nicht von Ihrem Willen abhängt, zurückzuführen ist. Dieses Formular wird zum Teil von der Dienststelle und zum Teil von Ihnen ausgefüllt.

Lesen Sie aufmerksam die Erklärungen auf der Vorder- und Rückseite durch.

Erneuern Sie Ihren Antrag mit Hilfe des Formulars C220A

  • wenn Sie mindestens 12 Monate keine Aufsichtsunterstützung mehr empfangen haben;
  • wenn Sie die Zahlstelle wechseln;
  • wenn Sie den Wohnort oder die Kontonummer wechseln oder wenn eine der anderen Angaben auf dem C220A (Rubrik II) sich ändert.

Der Anspruch auf Aufsichtsunterstützungen

Die Aufsichtsunterstützung wird gewährt, wenn die bei Ihnen eingeschriebenen Kinder, aus Gründen, die von Ihrem Willen unabhängig sind, fehlen. Es gibt keine Wartezeit, Sie können also unmittelbar Anspruch auf die Aussichtsunterstützung haben, sobald Sie die Tätigkeit als Tagesmutter/-vater aufnehmen.

Diese Regelung gilt für die Tagesmütter/-väter, die

  • im Familienkreis Kinder, die von ihren Eltern anvertraut werden, beaufsichtigen;
  • bei einem Dienst, der von der deutschsprachigen, französischen oder flämischen Gemeinschaft anerkannt worden ist, eingetragen sind.

Diese Regelung gilt nicht für die Tagesmütter/-väter, die

  • unter Arbeitsvertrag beschäftigt sind;
  • (haupt- oder nebenberuflich) der Sozialen Sicherheit der Selbständigen unterstehen.

Der Betrag der Aufsichtsunterstützungen

Der Betrag einer Aufsichtsunterstützung beläuft sich auf 34,39 Euro (indexgebundener Betrag, gültig zum 1 Juli 2019).

Der Gesamtbetrag für den Monat wird genau (nach Abrundung) bis zur halben Unterstützung berechnet.

Die Aufsichtsunterstützung wird wie ein Ersatzeinkommen versteuert: die HfA behält 10,09% Berufsteuervorabzug ein.

Die Berechnung der monatlichen Unterstützung

Grundsatz

Die aus Gründen, die nicht von Ihrem Willen abhängen, fehlenden Aufsichtstage werden entschädigt.

Was versteht man unter "Aufsichtstag"?

Ein Aufsichtstag entspricht der Beaufsichtigung eines Kindes während eines ganzen Tages.

Beispiel:

  • wenn Sie an einem Tag 4 Kinder in Vollzeit beaufsichtigen, dann sind es 4 Aufsichtstage;
  • wenn Sie 1 Kind einen halben Tag beaufsichtigen, dann macht dies es ein halber Aufsichtstag aus.

Was versteht man unter "fehlend"?

Die Anzahl fehlender Aufsichtstage ergibt sich aus der Anzahl von Kindern, die normalerweise in einem bestimmten Monat anwesend sein sollten.

Die ‘Anzahl fehlender Aufsichtstage’ stimmt mit der Anzahl Aufsichtstagen, an denen Kinder, aus von Ihrem Willen unabhängigen Gründen, abwesend waren, überein (z.B.: das zu beaufsichtigende Kind war krank oder das zu beaufsichtigende Kind war abwesend, weil seine Eltern in Urlaub waren oder es liegt ein Fall von anerkannter höherer Gewalt vor). Die ‘Anzahl fehlender Aufsichtstage’ umfasst nicht: die effektiven Aufsichtstage und die Anzahl fehlender Aufsichtstage wegen Ihrer eigenen Entscheidung, zu schließen (zum Beispiel: an diesem Tag haben Sie selbst Urlaub genommen oder es handelt sich um einen Tag von nicht-anerkannter höherer Gewalt).

Wie werden die ‘fehlenden Aufsichtstage’ in ‘Unterstützungen’ umgerechnet?

Für einen fehlenden Aufsichtstag wird fiktiv 1,9* Stunde gezählt, für 6,33* Stunden wird eine Unterstützung gewährt. Das Ergebnis wird genau, nach Abrundung, bis zur halben Unterstützung ausgerechnet.

* 4 Kinder 1 Tag lang beaufsichtigen wird fiktiv einer Vollzeitarbeitsleistung gleichgestellt (1,9 x 4 = 7,6 St. pro Tag oder 5 x 7,6 = 38 Stunden pro Woche) – für 38 Stunden werden 6 Unterstützungen gewährt, d.h. eine Unterstützung für 6,33 Stunden.

Anzahl Aufsichtsunterstützungen = Anzahl fehlender Aufsichtstage x 1,9 / 6,33.

Beispiel:

Im April 2003 beaufsichtigt eine Tagesmutter 3 Kinder von montags bis freitags den ganzen Tag lang. Ein Kind fehlt während des ganzen Monats wegen Krankheit, das zweite kommt nicht vom 21. bis zum 30. April. Die Tagesmutter nimmt selbst Urlaub am 28., 29. und 30. April.

  • Grundlage der Rechnung ist die in Stunden ausgedruckte Höchstanzahl Beaufsichtigungstage. Die Tagesmutter im Beispiel kann also höchstens entschädigt werden für: 22 Tage (montags bis freitags) x 3 Kinder = 66 Aufsichtstage oder 125,4 Stunden (66 x 1,9);
  • Abzuziehen sind alle (in Stunden ausgedruckten) Tage, die nicht entschädigt werden können. Die Differenz ergibt die Anzahl fehlender (in Stunden ausgedrückter) (zu entschädigender) Beaufsichtigungstage. Werden im Beispiel abgezogen:
    (1) die Tage (Stunden) effektiver Kinderaufsicht: 33 Tage (die drei ersten Wochen: 2 Kinder, vierte Woche: 1 Kind.), oder 62,7 Stunden (33 x 1,9)
    (2) die Urlaubstage der Tagesmutter: 9 Tage oder 17,1 Stunden (9 x 1,9h);
  • Anzahl fehlender Aufsichtstage (ausgedruckt in Stunden): 125,4 – 62,7 – 17,1 = 45,6;
  • Anzahl Aufsichtsunterstützungen nach der Formel: 45,6 / 6,33 = 7,20, auf 7 abzurunden.

Bevor sie mit dem Tagesbetrag multipliziert wird, wird die Anzahl Aufsichtsunterstützungen gegebenenfalls vermindert um die Tage gewinnbringender Arbeit – weder eine Arbeit als Tagesmutter noch eine als Nebentätigkeit zugelassene Arbeit. Im Beispiel ist diese Anzahl gleich 0, sodass:
der Bruttobetrag der Aufsichtsunterstützung = 7 x 32,44 = 227,08 €
der Nettobetrag der Aufsichtsunterstützung = 227,08€ – 22,91€ (10,09% Berufsteuervorabzug) = 204,17 €

Ihre Aufsichtsunterstützung wird vom LfA festgelegt. Sobald die HfA in Kenntnis dieser Entscheidung gesetzt worden ist, wird sie Ihnen diese Entscheidung mitteilen.

In bestimmten Fällen wird ein Berufssteuervorabzug einbehalten. Bei der Zahlung wird dieser neben dem Betrag der Aufsichtsunterstützung, der Anzahl Aufsichtsunterstützungen und den anderen eventuellen Abzügen auf Ihrem Kontoauszug vermerkt. Die aufgeführten Angaben werden folgende sein: 

  • ein Kode, der angibt, dass der Betrag, der auf Ihr Girokonto überwiesen worden ist, gewissermaßen gegen Pfändungen geschützt ist: /B/. (ab dem 11/12/2006);
  • Ihre Identifikationummer der Sozialen Sicherheit: INSS (siehe SIS-Karte, oben rechts);
  • der Monat (z.B. 06/2017);
  • die Anzahl gezahlter Aufsichtsunterstützungen gefolgt vom Buchstaben T (z.B. 26T);
  • der tägliche Betrag, auf den Sie Anspruch haben;
  • der Gesamtbetrag;
  • dann kommen die etwaigen Abzüge: der Kode FIS steht für den Berufsvorsteuerabzug, der Kode ABZ für alle anderen Abzüge (Pfändungen, Beiträge, Rückforderungen).

Beispiel: /B/ 63070631523 06/17 7JX32,44€ = 227,08€ FIS = 22,91€ RET = 50€

Ihre Unterstützung ist pfändbar oder abtretbar. Für praktische Auskünfte wenden Sie sich bitte an die Hfa.

Falls Sie Zweifel über die Genauigkeit einer Zahlung haben, nehmen Sie mit der HfA Kontakt auf. Wenn Sie trotz der gegebenen Erklärungen noch immer nicht mit der Zahlung einverstanden sind, können Sie den Direktor des Arbeitslosenamtes bitten, das Problem zu überprüfen. Zu diesem Zweck benutzen Sie das Formular C167.3, das bei der HfA erhältlich ist.

Wünschen Sie weitere Informationen?

Ihre Aufsichtsunterstützung wird vom LfA festgelegt. Sobald die HfA in Kenntnis dieser Entscheidung gesetzt worden ist, wird sie Ihnen diese Entscheidung mitteilen. Dies ist jedoch nicht mehr der Fall bei einer späteren Antragsereuerung.

Für ausführlichere Erklärungen können Sie sich and die HfA wenden. Dort können Sie Infoblätter erhalten, in denen die verschiedenen Sachgebiete im Detail erklärt werden.

Sie können ebenfalls Informationen auf der Website des LfA finden (www.lfa.be) oder auf dieser Webseite.

Letzte Änderung: 11/07/2019