Infoblatt C3-SAB Allgemein

Dieses Informationsdokument "Unterstützungsantrag im System der Arbeitslosigkeit mit Betriebszuschlag (SAB)" ist für Arbeitnehmer bestimmt, die vor dem 1. Januar 2015,  im Rahmen des Systems der Arbeitslosigkeit mit Betriebszuschlag entlassen wurden, mit Ausnahme der Arbeitnehmer, die auf der Grundlage einer Anerkennung Ihres Unternehmens als in Schwierigkeiten oder in Umstrukturierung befindlich entlassen wurden.

Dieses Informationsdokument bietet Ihnen eine Übersicht Ihrer Rechte und Pflichten und gibt Ihnen die wichtigsten Informationen, die Sie als Arbeitslose(r) mit Betriebszuschlag benötigen.

Was müssen Sie machen?

Stellen Sie einen Unterstützungsantrag, sobald Sie arbeitslos werden

Nehmen Sie sofort mit der HfA Kontakt auf, selbst wenn Sie noch nicht im Besitz aller notwendigen Formulare sind. Die HfA wird Ihnen dann die nötigen Informationen erteilen.

Melden Sie alle leistungsrelevanten Ereignisse (mithilfe einer Kontrollkarte oder des Formulars C99)

Ihre Zahlstelle wird Ihnen mitteilen, dass Sie die Wahl haben, zwischen:

  • der Führung einer Kontrollkarte C3-SAB

An Tagen, wo Sie arbeitslos sind (auch an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen), tragen Sie nichts ein. Wenn Sie arbeiten, schwärzen Sie das Kästchen des entsprechenden Tages, bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Benutzen Sie unauslöschliche Tinte, um die papierne Kontrollkarte auszufüllen.

Führen Sie diese Karte immer mit sich, um sie bei einer eventuellen Kontrolle sofort vorzeigen zu können.

Sie müssen die Tage, für die Ihnen Urlaubsgeld zusteht, vor dem Ende des Jahres ausschöpfen. Wenn Sie das nicht tun, werden diese verbleibenden Urlaubstage von Ihren Leistungen des Monats Dezember abgezogen.

Frühestens am Ende des Monats geben Sie die Karte – ausgefüllt und unterschrieben – bei der HfA ab.

  • der Führung keiner Kontrollkarte C3-SAB

In diesem Fall müssen Sie jede Tätigkeit, die mit dem Leistungsbezug nicht vereinbar ist, vor dem Beginn der Tätigkeit vorzugsweise mithilfe des Meldeformulars  C99 (das bei Ihrer Zahlstelle erhältlich ist) Ihrer Zahlstelle melden.  Ihre Zahlstelle wird Ihnen eine schriftliche Bestätigung des Empfangs des Formulars C99 abgeben. Diesen Empfangsschein müssen Sie bis zum Ende des Monats nach dem Monat der Aufnahme der Tätigkeit mit sich führen und ihn dem befugten Beamten bei einer eventuellen Kontrolle vorzeigen. In Erwartung des Empfangsscheins tragen Sie eine Kopie des Meldeformulars C99 bei sich, das Sie Ihrer Zahlstelle zugeleitet haben.

Im Falle einer Arbeitswiederaufnahme bei einem neuen Arbeitgeber wird der Betriebszuschlag während der neuen Beschäftigung fortgezahlt (und es werden keine 6,5% mehr vom Betriebszuschlag einbehalten). Dieser Betriebszuschlag ist also mit Ihrem neuen Berufseinkommen vereinbar.  Wenn Sie die Arbeit wieder aufnehmen, müssen Sie den Schuldner Ihres Betriebszuschlags also davon benachrichtigen.  Nähere Auskunft erteilt Ihre Zahlstelle.

Sie sind krank

Sie haben die Wahl:

  • entweder Sie beziehen lieber Ihre Leistungen bei Arbeitslosigkeit weiter (Arbeitslosenunterstützung und Betriebszuschlag);
  • oder Sie entscheiden sich, auf Ihre Leistungen bei Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenunterstützung und Zusatzentschädigung) zu verzichten und Krankengeld zu beantragen. In diesem Fall müssen Sie Ihre Zahlstelle davon unterrichten, vorzugsweise mit einem Meldeformular C99, dessen Muster diesem Informationsdokument beigefügt ist. Sie müssen Ihre Krankenkasse innerhalb von 48 Stunden benachrichtigen.

Sie nehmen Urlaub – Sie halten sich im Ausland auf

Sie sind unter 60 Jahren alt

Sie dürfen sich höchstens 4 Wochen pro Jahr im Ausland aufhalten. Dieser Auslandsaufenthalt muss nicht gemeldet werden. Nach den ersten 30 Kalendertagen muss jeder Auslandsaufenthalt Ihrer Zahlstelle vorzugsweise mithilfe des Meldeformulars C 99 (das bei Ihrer Zahlstelle erhältlich ist) gemeldet werden. Für diese Zeit besteht nämlich kein Leistungsanspruch.

Sie haben das 60. Lebensjahr vollendet

Sie dürfen sich mehr als 4 Wochen pro Jahr im Ausland aufhalten. Kontaktieren Sie vor Ihrer Abreise Ihre Zahlstelle und Ihre Krankenkasse.

Sie müssen allerdings Ihren Hauptwohnsitz in Belgien behalten. Das bedeutet, dass Sie sich den größten Teil des Jahres in Belgien aufhalten müssen. Sollte dem nicht so sein, kann Ihre Gemeinde Sie von Amts wegen im Bevölkerungsregister löschen, was zur Folge hat, dass Ihre Arbeitslosenunterstützung zurückgefordert werden kann. Wenn Sie sich vorübergehend im Ausland aufhalten, ohne dort zu arbeiten, brauchen Sie keine Meldung vorzunehmen.

Während Ihres Auslandsaufenthalts können Sie alle erforderlichen Meldungen, von denen in diesem Merkblatt die Rede ist, Ihrer Zahlstelle per Post zukommen lassen.

Ihre Arbeitslosenunterstützung wird auf das belgische Konto weitergezahlt.

Nehmen Sie umgehend mit der HfA Kontakt auf

  • im Falle einer Änderung in Ihrer familiären Situation oder wenn die Situation einer Person, mit der Sie zusammenwohnen, sich ändert (Berufstätigkeit, Einkommen…);
  • bei einer Änderung Ihrer Adresse oder Kontonummer;
  • wenn Sie nach einer Unterbrechung Ihrer Arbeitslosigkeit von mindestens 4 Wochen (Krankheit, Arbeitswiederaufnahme, Ausschluss,…) wieder die Unterstützung beantragen möchten;
  • bevor Sie eine Teilzeitarbeit, einen Nebenberuf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit aufnehmen;
  • bevor Sie ein Studium oder eine Aus- oder Weiterbildung aufnehmen.

Wenn für Sie eine Zeit ohne Leistungsanspruch beginnt, brauchen Sie die leistungsrelevanten Ereignisse nur laut Anweisung in Ihre Kontrollkarte einzutragen oder mit einem Meldeformular C99 zu melden. Beispiel: Arbeitswiederaufnahme in Vollzeit, Niederlassung als Selbständiger, Unverfügbarkeit am Arbeitsmarkt, Auslandsaufenthalt, ... Sie haben keine weiteren Pflichten dem LfA gegenüber.  Die HfA erklärt Ihnen gern, was Sie unternehmen müssen, um später wieder Leistungen bei Arbeitslosigkeit zu beziehen.

Die zulassung zum Leistungsbezug

Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung

Um zum Bug der Arbeitslosenunterstützung zugelassen zu werden, müssen Sie eine ausreichende Anzahl Arbeitstage nachweisen:

  • entweder 624 Tage innerhalb der 42 Monate vor Ihrem Antrag;
  • oder 312 Tage innerhalb der 42 Monate vor Ihrem Antrag und 1560 Tage innerhalb der 10 Jahre vor diesen 42 Monaten;
  • oder 416 Tage innerhalb der 42 Monate + für jeden Tag, der fehlt, um an 624 Tage zu kommen, 8 Tage innerhalb der 10 Jahre vor diesen 42 Monaten.

Bestimmte Tage werden mit Arbeitstagen gleichgestellt, zum Beispiel: entschädigte Tage von Arbeitsunfähigkeit, bezahlte Urlaubstage, Ausgleichsruhe,…

Um die erforderlichen 624 Tage zu erreichen, kann der Zeitraum von 42 Monaten um gewisse Ereignisse verlängert werden, zum Beispiel: eine selbständige Tätigkeit, den Bezug von Zeitkreditzulagen, eine Teilzeitarbeit…

Die Person, die Teilzeit gearbeitet hat, muss die gleiche Anzahl "halber Arbeitstage" innerhalb des um sechs Monate verlängerten vorgenannten Referenzzeitraums nachweisen. In Sonderfällen werden freiwillige Teilzeitarbeitnehmer mit Vollzeitarbeitnehmern gleichgestellt.

Lesen Sie auch das Infoblatt T31.

Zusätzliche Bedingungen im Rahmen des SAB

Um zum System der Arbeitslosigkeit mit Betriebszuschlag zugelassen zu werden, müssen Sie zusätzliche Bedingungen in Sachen Kündigung, Lebensalter, Berufslaufbahn, geltendes KAA und gegebenenfalls Eintragung in der Beschäftigungszelle erfüllen.

Lesen Sie auch das Infoblatt T149.

Der Höhe der Arbeitslosenunterstützung

Einfluss der familiären Situation

Die Höhe Ihrer Arbeitslosenunterstützung ist nicht abhängig von Ihrer familiären Situation. Allerdings wirkt sich die familiäre Situation auf bestimmte Einbehaltungen aus.

Es wird zwischen zwei Personenkreisen unterschieden:

  • Sie haben eine Familie zu Lasten, wenn Sie mit einem Partner zusammenwohnen, der über kein Einkommen verfügt, oder wenn Sie mit anderen Familienangehörigen zusammenwohnen, die über kein Einkommen verfügen, oder wenn Sie allein wohnen und Unterhaltsgeld zahlen müssen.
  • In allen anderen Fällen haben Sie keine Familie zu Lasten.

Der Einfluss der Entlohnung

Die Arbeitslosenunterstützung beläuft sich im Prinzip auf 60% Ihrer Entlohnung. Es wird die letzte monatliche Bruttoentlohnung herangezogen, nach oben begrenzt auf 2.246,14 Euro. Dieser Prozentsatz ist annähernd: da Einkommensstufen zugrunde gelegt werden, kann es einen kleinen Unterschied geben.

Wenn Sie freiwilliger Teilzeitarbeitnehmer sind, gelten die gleichen Regeln. Die Teilzeitentlohnung wird dann in eine Vollzeitentlohnung umgerechnet.

Die Berechnung der monatlichen Unterstützung

Sie kommen in den Genuss einer täglichen Unterstützung für alle Tage der Woche, außer für Sonntage. Sie erhalten aber keine Unterstützung für Tage, an denen Sie gearbeitet haben, für Urlaubstage, die durch Urlaubsgeld abgedeckt sind und für Tage, für die aus einem anderen Grund keine Entschädigung gezahlt werden kann (zum Beispiel: Tage, die durch eine Entlassungsentschädigung abgedeckt sind).

Wenn Sie freiwilliger Teilzeitarbeitnehmer sind, wird die Anzahl halber Unterstützungen im Verhältnis zu Ihrer früheren Arbeitszeit zugesprochen.

Der Betriebszuschlag beträgt mindestens die Hälfte der Differenz zwischen der letzten nach oben begrenzten Nettoentlohnung und der monatlichen Arbeitslosenunterstützung (maximal 1.347,58 Euro). Er wird von Ihrem Arbeitgeber oder vom Fonds für Existenzsicherheit Ihres Sektors bezahlt, sobald für einen Monat mindestens eine Tagesunterstützung gezahlt wird.

Der Schuldner des Betriebszuschlags behält 6,5% von diesem Zuschlag ein. Diese 6,5% werden auf den Gesamtbetrag der Leistung bei Arbeitslosigkeit (Arbeitslosenunterstützung + Betriebszuschlag) berechnet. Anschließend überweist der Schuldner des Betriebszuschlags das Resultat dieser Einbehaltung dem Landesamt für Soziale Sicherheit. Diese Einbehaltung darf nicht zur Folge haben, dass die gesamte Leistung bei Arbeitslosigkeit einen bestimmten Betrag unterschreitet. Dieser Betrag ist davon abhängig, ob Sie Arbeitnehmer mit Familie zu Lasten, Alleinstehender Arbeitnehmer oder Zusammenwohnender Arbeitnehmer sind. Weitere Informationen über diese Beträge finden Sie auf dem Portal der Sozialen Sicherheit (www.sozialsicherheit.be).

Der eventuelle Berufssteuervorabzug wird vom Betrag des Betriebszuschlags einbehalten.

Bei der Bezahlung enthält Ihr Kontoauszug den Tagesbetrag, die Anzahl entschädigter Tage und die eventuellen anderen Einbehaltungen (Pfändung, Rückforderung). Die angegebene Information wird Folgende sein:

  • ein Code, der angibt, dass der auf Ihr Girokonto überwiesene Betrag in begrenztem Maße gegen Pfändungen geschützt ist. /B/. (ab dem 11/12/2006);
  • Ihre Erkennungsnummer des Nationalregisters (auf der Rückseite Ihres Personalausweises);
  • den Monat;
  • die Anzahl bezahlter Tage gefolgt vom Buchstaben J (zum Beispiel 26J);
  • den Tagesbetrag, auf den Sie Anspruch haben;
  • daneben den Gesamtbetrag;
  • wenn Sie Anspruch auf eine zusätzliche Existenzsicherungsentschädigung haben, sind die Buchstaben FSE gefolgt vom Bruttogesamtbetrag dieser Entschädigung ebenfalls vermerkt;
  • dann kommen die eventuellen Abzüge (RET): Pfändung, Rückforderung

Beispiel: /B/ 43070631523 09/17 26JX50,82= 1321,31 RET: 00

Der Betrag der Tagesunterstützung wird vom Arbeitslosenamt des LfA festgelegt. Sobald die HfA von dieser Entscheidung Kenntnis erlangt hat, wird die HfA Sie schriftlich verständigen.

Ihre Unterstützung ist pfändbar und abtretbar. Einzelheiten über die Berechnung erfahren Sie bei Ihrer HfA.

Falls Sie die Genauigkeit einer Zahlung bezweifeln, nehmen Sie mit der HfA Kontakt auf. Wenn, Sie trotz der gegebenen Erklärungen noch immer nicht mit der Zahlung einverstanden sind, können Sie den Direktor des Arbeitslosenamtes bitten, das Problem zu prüfen. Dazu benutzen Sie das Formular C 167.3, das bei der HfA erhältlich ist.

Sie wünschen weitere Informationen?

Die vorgenannten Beträge sind am unten angegebenen Datum gültig. Sie können infolge der Änderung des Preisindexes angepasst werden.

Die vorangegangenen Erklärungen beziehen sich nur auf die allgemeinen Regeln. Für ausführlichere Informationen können Sie sich an die HfA wenden. Sie können sich dort auch Infoblätter besorgen, in denen die verschiedenen Sachbereiche erläutert werden. Sie können ebenfalls Informationen auf der Webseite des LfA (www.lfa.be) oder auf dieser Webseite finden.

Letzte Änderung: 25/09/2018