Infoblatt C3A-Vollarbeitsloser

Dieses Infodokument "Unterstützungsantrag als Vollarbeitsloser" (mit einer Kontrollkarte C3A) bietet Ihnen eine Übersicht Ihrer Rechte und Pflichten, sowie die wichtigsten Informationen, die Sie als Arbeitsloser wissen müssen.

Was müssen Sie machen?

Stellen Sie einen Unterstützungsantrag bei Beginn Ihrer Arbeitslosigkeit

Nehmen Sie dazu unverzüglich mit der HfA Kontakt auf, selbst wenn Sie noch nicht im Besitz aller notwendigen Formulare sind. Die HfA wird Ihnen dann die nötigen Informationen erteilen und Ihnen eine Kontrollkarte aushändigen.

Lesen Sie sorgfältig die auf Ihrer Kontrollkarte angegebenen Anweisungen durch.

Schreiben Sie sich als Arbeitsuchender ein

Sie müssen in den 8 Tagen nach Ihrem ersten Arbeitslosigkeitstag mit dem Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft Kontakt aufnehmen. Der Beweis Ihrer Einschreibung wird auf Ihrer Kontrollkarte oder auf einer separaten Bescheinigung angegeben. Reichen Sie diese Bescheinigung zusammen mit Ihrer Kontrollkarte bei der Hfa ein.

Das Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft wird Ihnen bei der Stellensuche helfen.

Suchen Sie aktiv eine Stelle

Um Unterstützungen beziehen zu dürfen, müssen Sie unfreiwilliger Arbeitsloser sein. Dies bedeutet unter anderem, dass Sie sich nicht weigern dürfen, auf ein zumutbares Stellenangebot oder auf einen Ausbildungsvorschlag einzugehen. Eine Ablehnung ohne gültigen Grund kann das Ruhen Ihres Anspruchs auf Unterstützungen verursachen.

Sie müssen auch auf dem Arbeitsmarkt verfügbar bleiben. Die bedeutet, dass Sie:

  • aktiv mitwirken müssen an den Begleit-, Ausbildungs-, Berufsausbildung-, oder Eingliederungsaktionen, die der Arbeitsvermittlungsdienst (Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft) Ihnen vorschlagen kann;
  • sich selbst aktiv um Arbeit bemühen müssen, idem Sie beispielsweise regelmäßig die Anzeigen nachsehen und auf Stellenangebote antworten, sich spontan bei potentiellen Arbeitgebern bewerben, sich bei Anwerbungs oder Auswahlbüros oder bei Zeitarbeitbüros eintragen, ...

Es sind das FOREM für das französischsprachige Gebiet der Wallonischen Region, das VDAB für die Flämische Region, das Arbeitsamt der DG für die Deutschsprachige Gemeinschaft (seit dem 1. Januar 2016) und Actiris für die Region Brüssel-Hauptstadt (seit dem 1. Januar 2017), die die Verfügbarkeit der im jeweiligen Amtsbereich wohnhaften arbeitslosen Personen kontrollieren. Ausführlichere Erklärungen über die Kontrolle der Verfügbarkeit erteilen diese regionalen Arbeitsverwaltungen, bzw. erteilt das Arbeitsamt der DG (www.actiris.be, www.adg.be, www.forem.be, www.vdab.be).

Outplacement (KAA 82)

Wenn Ihr Arbeitgeber verpflichtet ist, Ihnen in Anwendung des KAA 82 ein Outplacement anzubieten, dann müssen Sie jedoch:

  1. dieses Outplacementangebot annehmen und an der Outplacementbetreuung mitwirken;
  2. Ihren Arbeitgeber rechtzeitig in Verzug setzen, wenn er Ihnen innerhalb der vorgeschriebenen Frist kein Outplacement anbietet.

Wenn Sie im Rahmen einer Umstrukturierung entlassen wurden und eine Beschäftigungszelle gegründet wurde, müssen Sie sich in die Beschäftigungszelle eintragen lassen, das Outplacementangebot annehmen und Ihre Mitwirkung leisten.

Wenn Sie den obengenannten Pflichten ohne triftigen Grund nicht nachkommen, kann Ihre Unterstützung (vorübergehend) gesperrt werden. Bei der HfA können Sie ein Merkblatt über Ihre Rechte und Pflichten in Sachen Outplacement erhalten.

Benutzung Ihrer Kontrollkarte oder papiernen Kontrollkarte

Geben Sie nichts an den Tagen an (selbst den Samstagen, Sonntagen und Feiertagen), wo Sie arbeitslos sind. Wenn Sie arbeiten, schwärzen Sie das Kästchen des entsprechenden Tages, bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Im Falle von Krankheit geben Sie den Buchstaben M an, wenn Sie in Urlaub sind, den Buchstaben V. Benutzen Sie für das Ausfüllen der papiernen Kontrollkarte unauslöschliche Tinte.

Führen Sie die papierne Kontrollkarte immer bei sich, um diese bei einer eventuellen Kontrolle sofort vorzeigen zu können.

Die durch Urlaubsgeld abgedeckten Tage müssen Sie vor dem Ende des Jahres nehmen. Wenn Sie das nicht tun, werden diese von Ihren Unterstützungen des Monats Dezember abgezogen.

Frühestens am Ende des Monats bestätigen Sie die Angaben Ihrer ausgefüllten elektronischen Kontrollkarte oder reichen die papierne Karte ausgefüllt und unterschrieben bei der HfA ein.

Um nachzuprüfen, ob Sie sich effektiv in Belgien aufhalten, kann das LfA Ihnen einen Brief schicken. In diesem Fall müssen Sie sich persönlich mit diesem Brief bei Ihrer Gemeindeverwaltung oder beim Arbeitslosenamt von Verviers (für die DG) melden. Diese Dienststelle füllt den Brief aus. Reichen Sie ihn, gegebenenfalls zusammen mit Ihrer papiernen Kontrollkarte, am Ende des Monats bei der HfA ein.

Wenn Sie das 60. Lebensjahr vollendet haben, sind Sie nicht verpflichtet, eine (elektronische oder papierne) Kontrollkarte zu benutzen. Hierzu können Sie sich bei der HfA erkundigen.

Nehmen Sie unverzüglich mit der HfA Kontakt auf

  • im Falle von einer Änderung der familiären Situation, der Adresse, der Kontonummer;
  • wenn Sie einen neuen Unterstützungsantrag nach einer Unterbrechung Ihrer Arbeitslosigkeit von mindestens 4 Wochen (Krankheit, Arbeitswiederaufnahme, Ausschluss, ...) stellen;
  • bevor Sie eine Teilzeitarbeit, einen Nebenberuf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit beginnen;
  • bevor Sie ein Studium oder eine Ausbildung aufnehmen;
  • wenn Sie 55 Jahre alt oder älter sind und Sie die Arbeit wieder aufnehmen: Sie können vielleicht in den Genuss eines Arbeitswiederaufnahmezuschlags kommen.

Wenn Sie eine Zeit ohne Anspruch auf Arbeitslosenunterstützungen beginnen, brauchen Sie dies nur auf Ihrer Karte laut Anweisung anzugeben. Beispiel: Wiederaufnahme der Arbeit in Vollzeit, Niederlassung als Selbständiger, Krankheit, Unverfügbarkeit für die Arbeit, Aufenthalt im Ausland,... In diesem Fall sind Sie nicht dazu verpflichtet, andere Formalitäten gegenüber dem LfA zu erledigen. Sie können sich bei der HfA erkundigen, um zu erfahren, was Sie machen müssen, um anschließend wieder Arbeitslosenunterstützungen zu beziehen.

Die Zulassung zum Recht auf Unterstützungen

Das Recht auf Arbeitslosenunterstützungen

Wenn Sie lang genug als Arbeitnehmer gearbeitet haben, können Sie Anspruch auf eine Arbeitslosenunterstützung haben. Sie müssen innerhalb einer Referenzperiode vor Ihrem Unterstützungsantrag genügend Arbeitstage nachweisen.

AlterVerlangte ArbeitstageIn der Referenzperiode
weniger als 36 Jahre312 Arbeitstage (12 Monate)21 Monate
zwischen 36 und 49 Jahre468 Arbeitstage (18 Monate)33 Monate
mindestens 50 Jahre624 Arbeitstage (24 Monate)42 Monate

Bestimmte nicht gearbeitete Tage werden mit Arbeitstagen gleichgestellt (z.B. die Tage bezahlten Urlaub, ...). Verschiedene Umstände können die Referenzperiode verlängern, z.B. eine selbständige Tätigkeit, ein unbezahlter Urlaub wegen Erziehung eines Kindes... Sie werden auch zugelassen, wenn sie die bedingungen einer höheren Altersgruppe erfüllen. Es gibt besondere günstigere Regeln, z.B. für Personen über 36 Jahre.

Derjenige, der in freiwilliger Teilzeit gearbeitet hat, muss die gleiche Anzahl von halben Arbeitstagen in der um 6 Monate verlängerten obengenannten Referenzperiode belegen. Die Regelung sieht Ausnahmen vor, die es bestimmten freiwilligen Teilzeitarbeitnehmern erlauben, einem Vollzeitarbeitnehmer gleichgestellt zu werden.

Das Recht auf Arbeitslosenunterstützungen nach einer Unterbrechung

Wenn Sie in den 3 Jahren nach Ihrem letzten entschädigten Tag wieder Arbeitslosenunterstützungen beantragen, werden Sie ohne eine neue Wartezeit einhalten oder Arbeitszeit belegen zu müssen, wieder zugelassen. Die Periode von 3 Jahren kann aus den gleichen Gründen wie die im vorigen Abschnitt bezeichnete Referenzperiode verlängert werden.

Der Betrag der Unterstützung - Anschlage

Einfluss der familiären Situation

Die Höhe der Arbeitslosenunterstützung hängt insbesondere von Ihrer familiären Situation ab.

Es gibt 3 Kategorien:

  1. Kategorie A (Zusammenwohnender mit Familie zu Lasten): Sie wohnen mit einem Partner ohne Einkünfte zusammen oder Sie wohnen mit anderen Mitgliedern Ihrer Familie ohne Einkünfte zusammen oder Sie wohnen alleine und müssen Unterhaltsleistungen zahlen;
  2. Kategorie N (Alleinstehender): Sie wohnen alleine und zahlen keine Unterhaltsleistungen;
  3. Kategorie B (Zusammenwohnender ohne Familie zu Lasten): in allen anderen Fällen.

Die Änderung der Unterstützung im Zeitablauf - Basisschema

Der Betrag der Arbeitslosenunterstützungen (nach Arbeitsleistungen) sinkt stufenweise mit der Dauer Ihrer Arbeitslosigkeit. Die Anzahl der Phasen, die Sie durchlaufen, hängt von Ihrer Berufslaufbahn ab:

  • die Phasen 11, 12 et 13 nennen wir die Phasen der ersten Periode der Auszahlung;
  • die Phasen 2A, 2B, 21, 22, 23, 24 nennen wir die Phasen der zweiten Periode der Auszahlung;
  • die Rubrik "Anzahl der Monate" weist auf die Anzahl der Monate hin, während derer Ihre Unterstützung gleich bleibt.

Der Betrag der Arbeitslosenunterstützung stimmt mit einem Prozentsatz Ihrer Bruttoentlohnung überein. Bei einem Erstantrag wird im Prinzip die auf 2.700,75 Euro begrenzte letzte Bruttomonatsentlohnung zugrunde gelegt. Der Unterstützungsbetrag einer jeden Stufe wird wie folgt festgelegt:

Periode der AuszahlungBetrag ABetrag NBetrag BAnzahl der Monate
1. Periode der Auszahlung - Phase 1165% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2700,75 euro65% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2700,75 euro65% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2700,75 euro3
1. Periode der Auszahlung - Phase 1260% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2700,75 euro60% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2700,75 euro60% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2700,75 euro3
1. Periode der Auszahlung - Phase 1360% Ihres Gehalts, begrenzt auf die Gehaltszwischenpauschale60% Ihres Gehalts, begrenzt auf die Gehaltszwischenpauschale60% Ihres Gehalts, begrenzt auf die Gehaltszwischenpauschale6
2. Periode der Auszahlung - Phase 2A60%55%40%2
2. Periode der Auszahlung - Phase 2B60%55%40%Max. 10
2. Periode der Auszahlung - Phase 21Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
2. Periode der Auszahlung - Phase 22Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
2. Periode der Auszahlung - Phase 23Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
2. Periode der Auszahlung - Phase 24Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigende Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
Periode der  Auszahlung zum PauschalsatzPauschalePauschalePauschaleUnbegrenzt

Wenn Sie den Mindest und Höchstbetrag für eine jede familiäre Situation in den verschiedenen Phasen erfahren möchten, lesen Sie das Infoblatt T67.

Die Änderung der Unterstützung im Zeitablauf – Ausführung des Basisschemas

Der Verlauf Ihrer Unterstützungen wird in vielen Fällen vom obenstehenden Schema abweichen. Die hauptsächlichen Gründe dafür sind:

Die Dauer der zweiten Entschädigungsperiode ab 2B (2B bis 2.4) hängt von Ihrer Berufslaufbahn ab. Für jedes Jahr Berufslaufbahn werden 2 Monate in dieser Periode hinzugefügt.

Beispiel 1: Sie haben lediglich 1 Jahr Berufslaufbahn. Sie bekommen also 2 Monate hinzugefügt (Phase 2B). Nach 16 Monaten Arbeitslosigkeit (11+12+13+2A+2B) sinkt der Betrag auf die Pauschale ab;

Beispiel 2: Sie haben 15 Jahre Berufslaufbahn. Sie bekommen also 30 Monate (15 x 2 Monate) hinzugefügt: 10 Monate Phase 2B, 6 Monate Phase 21, 6 Monate Phase 22, 6 Monate Phase 23 und 2 Monate Phase 24.

Eine dauerhafte Fixierung Ihres Unterstützungsbetrags in der zweiten Entschädigungsperiode ist möglich. Sie genießen diesen Vorteil, ab dem Zeitpunkt, zu dem Sie:

  • nach Oktober 2012 das Alter von 55 Jahren erreichen;
  • eine ausreichende Dauer der Berufslaufbahn nachweisen (Lesen Sie hierzu das Infoblatt T67);
  • einem vom LfA bestellten Arzt zufolge mindestens zu 33% bleibend arbeitsunfähig sind.

Die dauerhafte Fixierung hat zur Folge, dass Sie (bei gleichbleibendem Index und wenn sich Ihre familiäre Situation nicht ändert) während des weiteren Verlaufs der Arbeitslosigkeit den selben Betrag erhalten werden. Dabei handelt es sich:

  • entweder um den Betrag der Phase 2A, wenn Sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine der vorerwähnten Bedingungen erfüllen;
  • oder um den Betrag einer späteren Phase, wenn Sie eine dieser Bedingungen zum ersten Mal im Laufe dieser späteren Phase erfüllen.

Nach einer oder mehreren ausreichend langen Arbeitswiederaufnahmen, genießen Sie den Vorteil einer Rückkehr zur ersten Entschädigungsperiode. Dies bedeutet, dass Sie wieder die höheren Unterstützungen erhalten werden, die ab der Phase 11 gelten. In der Tabelle hier unten steht wie lange innerhalb welches Zeitraums Sie arbeiten müssen, um zur ersten Entschädigungsperiode zurückzukehren.

Vollzeit- oder Teilzeitarbeit?Welches ist die Dauer des Referenzzeitraums?Wie viel Monate Arbeit?
Vollzeit (oder Teilzeit mit einer Entlohnung, die mindestens der Referenzentlohnung [1.593,81€ brutto/Monat] gleich ist, oder mit einer wöchentlichen Arbeitszeit, die mindestens einer 4/5-Zeit entspricht)18 Monate12 Monate Arbeit
mindestens Halbzeit "mit Aufrechterhaltung der Rechte" mit oder ohne Ausgleich (EGU)33 Monate24 Monate Arbeit
mindestens 1/3-Zeit "mit Aufrechterhaltung der Rechte" ohne Ausgleich (EGU)45 Monate36 Monate Arbeit

In anderen Fällen wird das Enddatum der laufenden und zukünftigen Phasen um die Dauer der zwischen des Leistungsbezugs auftretenden Ereignisse aufgeschoben. So sinkt Ihre Unterstützung nicht weiter ab, solange Sie sie nicht beziehen. Dies ist unter anderem der Fall bei:

  • Vollzeitarbeit oder Teilzeitarbeit ohne Einkommensgarantie-unterstützung während mindestens 3 Monaten;
  • Arbeit als Selbständiger während mindestens 6 Monaten;
  • Wiederaufnahme eines Vollzeitstudiums (ohne Unterstützung) während mindestens 6 Monaten.

Beispiel: Ihnen wurden aufgrund einer sechsjährigen Berufslaufbahn 10 Monate Phase 2B, gefolgt von 2 Monaten Phase 21, gefolgt vom Pauschalbetrag zugesprochen. Wenn Sie zu Beginn der Phase 2B 4,5 Monate arbeiten, dann wird der Beginn der Phase 21 und des Pauschalbetrags um 4 Monate aufgeschoben.

Die Entlohnung, die bei Ihrem Erstantrag der Bemessung Ihrer Unterstützung zugrunde lag (siehe Prozentsätze in der Tabelle weiter oben), bleibt anwendbar, es sei denn, Sie haben mindestens 2 Jahre keine Unterstützung mehr erhalten. In einem solchen Fall wird Ihre Unterstützung im Prinzip nach ihrer zuletzt verdienten Entlohnung neubemessen. Wer jedoch nach Vollendung des 45. Lebensjahres die Arbeit wieder aufnimmt oder die Arbeit wechselt und daraufhin weniger verdient, wird von einer solchen Neubemessung nicht benachteiligt werden, wenn er arbeitslos wird: Die vorher verdiente höhere Entlohnung bleibt die Bemessungsgrundlage.

Bei Teilzeitbeschäftigung oder Beschäftigung in besonderen Berufen (z.B. Künstler) gelten Sonderregeln.

Arbeitswiederaufnahmezuschlag - Arbeitswiederaufnahmezuschlag

Wenn Sie mindestens 55 Jahre alt sind und 20 Jahre Berufslaufbahn als Arbeitnehmer haben, können Sie, wenn Sie die Arbeit wieder aufnehmen, einen Pauschal festgelegten Arbeitswiederaufnahmezuschlag von 210,03 Euro pro Monat beantragen. Sie können die Arbeit als Arbeitnehmer, als Beamter oder als Selbständiger wiederaufnehmen. Jedoch darf es sich nicht um eine Arbeitswiederaufnahme bei einem Arbeitnehmer handeln, für den Sie in den letzten 6 Monaten bereits gearbeitet haben. Der Zuschlag ist nicht abhängig von Ihrem Arbeitsstundenplan, von Ihrer Entlohnung oder von der Art Ihres Vertrages. Der Zuschlag ist mittels eines Antrages, der jährlich erneuert werden muss, einfach zu erhalten oder wiederzuerhalten, und zwar solange die Arbeitswiederaufnahme dauert und Sie das Pensionsalter nicht erreicht haben. Sie können unter denselben Bedingungen einen vorübergehenden Arbeitswiederaufnahmezuschlag erhalten, wenn Sie die Bedingung der 20 Jahre Berufslaufbahn nicht erfüllen. Dieser beträgt in den ersten 12 Monaten 210,03 € in den folgenden 12 Monaten 140,02 €  und in den letzten 12 Monaten 70,01 € pro Monat. Hierzu lesen Sie bitte das Infoblatt T92.

Der Alterszuschlag ist seit dem 1. Januar 2015 abgeschafft worden. Unter bestimmten Bedingungen können Sie diesen Zuschlag noch nach dem 31. Dezember 2014 beantragen, wenn Ihnen im Rahmen einer Massenentlassung gekündigt wurde, wenn Sie eine lange Berufslaufbahn nachweisen, wenn Sie einen schweren Beruf ausgeübt haben oder wenn Sie im Bausektor für berufsunfähig erklärt wurden. Lesen Sie hierzu das Infoblatt T148.

Der Arbeitswiederaufnahmezuschlag  gehört zur Befugnisse, die im Rahmen der 6. Staatsreform zum 1. Juli 2014  der Wallonischen Region, der Region Brüssel-Hauptstadt, der Flämischen region und der Deutschsprachigen Gemeinschaft übertragen wurden. Eine Übergangsphase, in der das LfA provisorisch diese Befugnis weiter ausübt, ist vorgesehen. Für nähere Auskünfte, bitte lesen Sie das Infoblatt T92.

Die Berechnung der monatlichen Unterstützung

Sie können eine Tagesunterstützung für alle Tage der Woche, außer den Sonntagen, beziehen. Sie erhalten jedoch keine Unterstützung für die Tage, an denen Sie gearbeitet haben oder krank gewesen sind, für die durch Urlaubsgeld abgedeckten Urlaubstage und für die auf Ihrer Kontrollkarte mit dem Buchstaben A vermerkten Tage. Manchmal wird der Samstag vollständig oder teilweise einem Arbeitstag gleichgestellt. Die Anzahl Unterstützungen kann ebenfalls infolge einer Sonntagsarbeit, einer verspäteten Eintragung als Arbeitsuchender,... vermindert werden. Für die Personen, die freiwillig Teilzeit gearbeitet haben, wird eine bestimmte Anzahl von halben Tagesunterstützungen im Verhältnis zu ihrer Arbeitszeit bewilligt.

Der Betrag der Tagesunterstützung wird vom Arbeitslosenamt des LfA festgelegt. Sobald die HfA von dieser Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden ist, wird sie Sie davon benachrichtigen.

In gewissen Fällen wird ein Berufssteuervorabzug einbehalten. Dieser steht im Moment der Zahlung auf Ihrem Kontoauszug neben dem Tagesbetrag, der Anzahl entschädigter Tage und den anderen etwaigen Abzügen. Die aufgeführten Angaben werden folgende sein:

  • ein Kode, der angibt, das der Betrag, der auf Ihr Girokonto überwiesen wird, gewissermaßen gegen Pfändungen geschützt ist: /B/ (ab 11/12/2006);
  • Ihre Erkennungsnummer der sozialen Sicherheit (sie die Rückseite Ihres Personalausweises);
  • der Arbeitslosigkeitsmonat (Beispiel 11/2012);
  • die Anzahl bezahlter Tage gefolgt vom Buchstaben J (z.B. 26 J);
  • der Tagesbetrag, auf den Sie Anrecht haben;
  • dann der Bruttogesamtbetrag;
  • wenn Sie Anspruch auf eine zusätzliche Existenzsicherungsentschädigung haben, sind die Buchstaben FSE gefolgt vom Bruttogesamtbetrag dieser Entschädigung ebenfalls vermerkt;
  • danach kommen die eventuellen Abzüge: der Kode FIS steht für den Berufsvorsteuerabzug, der Kode RET für alle anderen Abzüge (Pfändungen, Beiträge, Rückforderungen).

Beispiel: /B/ 63070631523 11/12 26JX50,99: 1325,74 FSE: 60 FIS: 139,82 RET: 50

Wenn im Laufe eines selben Monats verschiedene Tagesbeträge angewendet werden müssen, wird der Bruttogesamtbetrag nach der Angabe BRUT vermerkt. Die Anzahl Tage und die Tagesbeträge werden nicht mitgeteilt. Näheres über diese Zahlung können Sie bei der HfA erfahren.

Ihre Unterstützung ist abtretbar und pfändbar. Wenn Sie eine Zusatzentschädigung von Ihrem ehemaligen Arbeitgeber erhalten, werden im Prinzip Sozialsicherheitsabzüge ab dem Alter von 50 Jahren vorgenommen. Einzelheiten über die Berechnung sind bei Ihrer HfA-Zahlstelle einzuholen.

Falls Sie Zweifel über die Genauigkeit einer Zahlung haben, nehmen Sie mit der HfA Kontakt auf. Wenn Sie trotz der erteilten Erklärungen noch immer nicht mit der Zahlung einverstanden sind, können Sie den Direktor des Arbeitslosenamtes bitten, das Problem zu überprüfen. Zu diesem Zweck benutzen Sie das Formular C167.3, das bei der HfA verfügbar ist.

Wünschen Sie weitere Informationen?

Die obengenannten Beträge sind zum unten angegebenen Datum gültig. Sie können infolge der Änderung des Preisindexes angepasst werden.

Die vorangehenden Erklärungen betreffen nur die allgemeinen Regeln. Für ausführlichere Erklärungen können Sie sich an die HfA wenden. Dort können Sie Infoblätter erhalten, in denen die verschiedenen Punkte ausführlich erklärt werden. Sie können ebenfalls Informationen auf der Website des LfA finden (www.lfa.be) oder auf dieser Webseite.

Letzte Änderung: 11/09/2019