Infoblatt C3D - Vollarbeitsloser >= 60 Jahre

Dieses Merkblatt "Leistungsantrag als Vollarbeitslose Person, die das 60. Lebensjahr vollendet hat" (mithilfe entweder des Meldeverfahrens C99 oder einer Kontrollkarte) ist für Arbeitnehmer bestimmt, die 60 Jahre alt oder älter sind.

Es trifft nicht auf Ihre Situation zu, wenn Sie die Vorteile einer "maximalen Freistellung" genießen oder vor dem 1. Januar 2015 genossen haben (oder wenn Sie die Bedingungen für eine solche Freistellung vor dem 1. Januar 2015 erfüllten). Lesen Sie das Infoblatt T55 "Haben Sie aufgrund Ihres Alters oder Ihrer beruflichen Vergangenheit Recht auf eine Befreiung von der Pflicht, als arbeitsuchend eingetragen und am Arbeitsmarkt verfügbar zu sein?" (den ersten Teil).

Dieses Merkblatt bietet Ihnen eine Übersicht Ihrer Rechte und Pflichten, sowie der wichtigsten Sachen, die Sie als arbeitslose Person wissen müssen.

Was müssen Sie machen?

Stellen Sie bei Beginn Ihrer Arbeitslosigkeit einen Leistungsantrag

Nehmen Sie dazu umgehend mit der HfA Kontakt auf, selbst wenn Sie noch nicht im Besitz aller erforderlichen Formulare sind. Die HfA wird Ihnen dann alle nötigen Auskünfte erteilen.

Lassen Sie sich als arbeitsuchend eintragen

Sie müssen innerhalb von 8 Tagen nach Ihrem ersten Arbeitslosigkeitstag mit dem Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft Kontakt aufnehmen. Wenn Sie im Rest der Wallonischen Region wohnhaft sind, wenden Sie sich an das FOREM, wenn Sie in der Region Brüssel Hauptstadt wohnen, an Actiris, und wenn Sie in Flandern wohnen, an das VDAB. Der Nachweis Ihrer Eintragung wird in Ihrer Kontrollkarte angegeben oder durch eine getrennte Bescheinigung erbracht. Reichen Sie diese Bescheinigung gegebenenfalls zusammen mit Ihrer Kontrollkarte bei der HfA ein.

Unter bestimmten Bedingungen können Sie von dieser Pflicht befreit werden. Lesen Sie das Infoblatt T55 (den zweiten Teil) aufmerksam durch.

Sie müssen am Arbeitsmarkt verfügbar sein

Schaffung einer Beschäftigungszelle

Wenn Ihnen im Rahmen einer Massenentlassung gekündigt wurde, muss Ihr Arbeitgeber in den meisten Fällen eine sog. Beschäftigungszelle schaffen. Sie müssen sich in diese Beschäftigungszelle eintragen lassen um dort betreut zu werden. Während der Eintragungszeit müssen Sie jedes Outplacement, jede Aus- oder Weiterbildung und jede zumutbare Arbeit annehmen.

Outplacement

Wenn Ihr Arbeitgeber verpflichtet ist, Ihnen ein Outplacement gemäß dem KAA 82 anzubieten (dem ist nur so, wenn Ihre Kündigungsfrist 30 Wochen unterschreitet), müssen Sie:

  1. dieses Outplacement annehmen und daran mitwirken;
  2. Ihren Arbeitgeber rechtzeitig in Verzug setzen, wenn er Ihnen das Outplacement nicht fristgerecht anbietet.

Wenn Sie den vorgenannten Pflichten ohne rechtmäßigen Grund nicht nachkommen, können Ihre Leistungen (vorübergehend) gesperrt werden. Das Infoblatt zu Ihren Rechten und Pflichten in Sachen Outplacement ist bei der HfA erhältlich.

Zumutbare Arbeit

Sie müssen auf jedes Angebot einer zumutbaren Arbeit oder Aus- oder Weiterbildung eingehen. Sie müssen an den Begleit-, Ausbildungs-, Berufsausbildung-, Weiterbildungs- oder Eingliederungsmaßnahmen, die der Arbeitsvermittlungsdienst (Arbeitsamt der Deutschsprachigen Gemeinschaft, FOREM, ACTIRIS, VDAB) Ihnen vorschlagen kann, aktiv mitwirken.

Wenn Sie Arbeit haben, dürfen Sie sie nicht ohne rechtmäßigen Grund aufgeben. Wenn Ihr Arbeitgeber Ihnen kündigt, darf die Kündigung nicht von einem vertragswidrigen Verhalten herrühren.

Wenn Sie diesen Pflichten nicht nachkommen, können Ihre Leistungen gesperrt werden.

Befreiung von der Pflicht zur Verfügbarkeit

Unter bestimmten Bedingungen können Sie von dieser Pflicht befreit werden. Lesen Sie das Infoblatt T55 (den zweiten Teil) aufmerksam durch.

Melden Sie alle leistungsrelevanten Ereignisse (mithilfe einer Kontrollkarte oder des Formulars C99)

Ihre Zahlstelle wird Ihnen mitteilen, dass Sie die Wahl haben, zwischen

  • der Führung einer Kontrollkarte – der papiernen Kontrollkarte oder der elektronischen Kontrollkarte.

An Tagen, wo Sie arbeitslos sind (selbst an Samstagen, Sonntagen oder Feiertagen), tragen Sie nichts ein. Wenn Sie arbeiten, schwärzen Sie das Kästchen des entsprechenden Tages, bevor Sie mit der Arbeit beginnen. Benutzen Sie unauslöschliche Tinte, um die papierne Kontrollkarte auszufüllen.

Führen Sie diese Karte immer mit sich, um diese bei einer eventuellen Kontrolle sofort vorzeigen zu können.

Sie müssen die durch Urlaubsgeld abgedeckten Tage vor dem Ende des Jahres ausschöpfen. Wenn Sie das nicht tun, werden diese verbleibenden Urlaubstage von Ihren Leistungen des Monats Dezember abgezogen.

Frühestens am Ende des Monats geben Sie die Karte – ausgefüllt und unterschrieben – bei der HfA ab.

  • der Führung keiner Kontrollkarte In diesem Fall müssen

Sie jede Tätigkeit, die mit dem Leistungsbezug nicht vereinbar ist, vor dem Beginn der Tätigkeit vorzugsweise mithilfe des Meldeformulars C99 (das bei Ihrer Zahlstelle erhältlich ist) Ihrer Zahlstelle melden. Ihre Zahlstelle wird Ihnen eine schriftliche Bestätigung des Empfangs des Formulars C99 abgeben. Diesen Empfangsschein müssen Sie bis zum Ende des Monats nach dem Monat der Aufnahme der Tätigkeit mit sich führen und ihn dem befugten Beamten bei einer eventuellen Kontrolle vorzeigen. In Erwartung des Empfangsscheins tragen Sie eine Kopie des Meldeformulars C99 bei sich, das Sie Ihrer Zahlstelle zugeleitet haben.

Auf die gleiche Art und Weise melden Sie alle anderen leistungswidrigen Umstände (Krankheitszeiten, bezahlte Urlaubstage) vor dem Ende des Monats, in dem Sie vorkommen.

Sie nehmen Urlaub – Sie halten sich im Ausland auf

Sie dürfen jährlich 4 Wochen Urlaub nehmen. Wenn Ihnen ungenügend restliche Tage bezahlten Urlaub übrig bleiben, können Sie sie durch Tage entschädigter Arbeitslosigkeit ergänzen (sowohl Tage entschädigter Vollarbeitslosigkeit, die Sie während der Arbeitslosigkeit als Urlaubstage nehmen, als auch restliche Tage bezahlten Urlaub, die Sie während der Arbeitslosigkeit nehmen, müssen auf der Kontrollkarte mit einem "V" gekennzeichnet werden, wenn Sie eine Kontrollkarte führen). Während dieser 4 Wochen müssen Sie nicht am Arbeitsmarkt verfügbar sein, was bedeutet, dass Sie sich im Ausland aufhalten dürfen. Bei länger andauernder Unverfügbarkeit oder Auslandsaufenthalt ist kein Leistungsbezug mehr möglich, es sei denn, Sie haben die Erlaubnis des Direktors eingeholt (z.B. für eine Aus- oder Weiterbildung, um Arbeit zu suchen,…) Nähere Auskunft erteilt Ihnen die HfA.

Um sich zu vergewissern, dass Sie sich effektiv in Belgien aufhalten, kann das LfA Ihnen Post schicken. In diesem Fall müssen Sie persönlich mit dem Brief auf Ihrer Gemeindeverwaltung oder auf das Arbeitslosenamt des LfA vorsprechen. Diese Dienststelle füllt den Brief aus. Sie reichen den ausgefüllten Brief am Ende des Monats (gegebenenfalls zusammen mit Ihrer papiernen Kontrollkarte) bei der HfA ein.

Nehmen Sie sofort mit der HfA Kontakt auf

  • Bei einer Änderung in Ihren persönlichen Verhältnissen oder wenn die Situation einer Person, mit der Sie zusammenwohnen, sich ändert (Berufstätigkeit, Einkommen…);
  • Bei einer Änderung Ihrer Adresse oder Ihrer Bankkontonummer;
  • Wenn Sie nach einer vierwöchigen oder längeren Unterbrechung Ihrer Arbeitslosigkeit (Krankheit, Arbeitsaufnahme, Sperrzeit.....) wieder Arbeitslosenunterstützung beziehen möchten. Sie müssen dann nämlich einen neuen Leistungsantrag stellen;
  • Bevor Sie eine Teilzeitarbeit, einen Nebenberuf oder eine ehrenamtliche Tätigkeit aufnehmen;
  • Bevor Sie ein Studium oder eine Ausbildung aufnehmen.

Wenn für Sie eine leistungsanspruchslose Zeit beginnt, brauchen Sie dies nur wie vorgeschrieben auf Ihrer Kontrollkarte anzugeben oder mithilfe eines Formulars C99 zu melden. Beispiel: Wiederaufnahme der Arbeit in Vollzeit, Niederlassung als Selbständige(r), Krankheit, Unverfügbarkeit am Arbeitsmarkt, Auslandsaufenthalt, … Sie haben keine weiteren Pflichten dem LfA gegenüber zu erfüllen. Die HfA erklärt Ihnen gern, was Sie unternehmen müssen, um später wieder Leistungen bei Arbeitslosigkeit zu beziehen.

Zulassung zum Leistungsbezug

Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung

Um zum Bezug der Arbeitslosenunterstützung zugelassen zu werden, müssen Sie eine ausreichende Zahl Arbeitstage nachweisen:

  • entweder 624 Tage innerhalb der 42 Monate vor Ihrem Leistungsantrag;
  • oder 312 Tage innerhalb der 42 Monate vor Ihrem Leistungsantrag + 1560 Tage innerhalb der 10 Jahre vor diesen 42 Monaten;
  • oder 416 Tage innerhalb der 42 Monate + für jeden Tag, der fehlt, um 624 Tage zu erreichen, 8 Tage innerhalb der 10 Jahre vor diesen 42 Monaten.

Bestimmte Tage werden mit Arbeitstagen gleichgestellt, z.B. Tage entschädigter Arbeitsunfähigkeit, Tage bezahlten Urlaub, Ausgleichsruhetage usw.

Um die erforderliche Zahl von 624 Tagen zu erreichen, kann der Referenzzeitraum von 42 Monaten durch gewisse Umstände verlängert werden, beispielsweise: eine selbständige Berufstätigkeit, den Bezug von Leistungen im Rahmen eines Zeitkredits, eine Teilzeitarbeit…

Die Person, die Teilzeit gearbeitet hat, muss die gleiche Anzahl "halbe Arbeitstage" innerhalb des vorgenannten Referenzzeitraums nachweisen. In Sonderfällen werden freiwillige Teilzeitarbeitnehmer mit Vollzeitarbeitnehmer gleichgestellt.

Lesen Sie auch das Infoblatt T31.

Der Anspruch auf Arbeitslosenunterstützung nach einer Unterbrechung des Leistungsbezugs

Wenn Sie innerhalb von drei Jahren nach Ihrem letzten Leistungsbezug wieder Arbeitslosenunterstützung beantragen, werden Sie wieder zum Leistungsbezug zugelassen, ohne zunächst wieder eine Anwartschaft erfüllen zu müssen. Diese drei Jahre können aus denselben Gründen, wie der im vorigen Abschnitt genannte Referenzzeitraum verlängert werden.

Die Höhe der Unterstützung

Der Einfluss der familiären Situation

Die Höhe Ihrer Arbeitslosenunterstützung ist abhängig von Ihrer familiären Situation.

Es gibt drei mögliche Einstufungen:

  1. Kategorie A (Zusammenwohnende mit Familie zu Lasten): Sie wohnen mit einem Partner ohne Einkommen zusammen oder Sie wohnen mit anderen Mitgliedern Ihrer Familie ohne Einkünfte zusammen oder Sie wohnen allein und zahlen Unterhaltsleistungen;
  2. Kategorie N (Alleinstehende): Sie wohnen allein und zahlen keine Unterhaltsleistungen;
  3. Kategorie B (Zusammenwohnende ohne Familie zu Lasten): in allen anderen Fällen.

Die Entwicklung des Leistungsbezugs im Zeitablauf - Basisschema

Die Arbeitslosenunterstützung sinkt im Zeitablauf stufenweise ab. Die unten stehende Zeitleiste veranschaulicht die maximale Anzahl Leistungsbezugsphasen. Wie viele Phasen Sie durchlaufen hängt davon ab, wie lang die Dauer Ihrer Berufslaufbahn ist.

  • über der Leiste befindet sich ein Code oder eine Kennzahl, die LfA und die Zahlstellen verwenden. Die Phasen 11, 12 und 13 nennen wir die Phasen der ersten Leistungsbezugsperiode, die Phasen 2A-2B, 21, 22, 23 und 24 nennen wir die Phasen der zweiten Leistungsbezugsperiode;
  • die Zahl unter der Leiste ist Anzahl Monate, während deren Ihre Leistung auf diesem Niveau bleibt.

Die Höhe der Leistung entspricht einem Prozentsatz der Bruttoentlohnung. Bei einem Erstantrag wird im Prinzip das letzte auf 2.671,37 Euro nach oben begrenzte Bruttomonatsentgelt berücksichtigt. Die Höhe der Leistung in einer jeden Phase wird wie folgt festgelegt:

Periode der AuszahlungBetrag ABetrag NBetrag BAnzahl der Monate
1. Periode der Auszahlung - Phase 1165% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2547,39 Euro65% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2547,39 Euro65% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2547,39 Euro3
1. Periode der Auszahlung - Phase 1260% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2547,39 Euro60% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2547,39 Euro60% Ihres Gehalts, begrenzt auf 2547,39 Euro3
1. Periode der Auszahlung - Phase 1360% Ihres Gehalts, begrenzt auf die Gehaltszwischenpauschale60% Ihres Gehalts, begrenzt auf die Gehaltszwischenpauschale60% Ihres Gehalts, begrenzt auf die Gehaltszwischenpauschale6
2. Periode der Auszahlung - Phase 2A60%55%40%2
2. Periode der Auszahlung - Phase 2B60%55%40%Max. 10
2. Periode der Auszahlung - Phase 21Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
2. Periode der Auszahlung - Phase 22Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
2. Periode der Auszahlung - Phase 23Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
2. Periode der Auszahlung - Phase 24Vorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigende Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleVorheriges Kästchen - 20% des Unterschieds zwischen dem vorherigen Kästchen und der PauschaleMax. 6
Periode der  Auszahlung zum PauschalsatzPauschalePauschalePauschaleUnbegrenzt

Wenn Sie den Mindest- und Höchstbetrag für eine jede familiäre Situation während den verschiedenen Phasen erfahren möchten, lesen Sie das Infoblatt T67.

Die Entwicklung des Leistungsbezugs im Zeitablauf – Näheres zum Basisschema

Die Entwicklung Ihres Leistungsbezugs im Zeitablauf wird in vielen Fällen vom obenstehenden Schema abweichen. Die meisten Gründe dafür sind nachfolgend aufgelistet.

Die Dauer der zweiten Leistungsbezugsperiode ab 2B (2B bis 2.4) hängt von der Dauer Ihrer Berufslaufbahn ab. Während dieser Periode bekommen Sie zwei zusätzliche Monate je Jahr Berufslaufbahn.

Beispiel 1: Sie haben nur ein einziges Jahr Berufslaufbahn zurückgelegt. Sie bekommen also zwei zusätzliche Monate (Phase 2B). Nach 16 Monaten Arbeitslosigkeit (11+12+13+2A+2B) sinkt die Leistung bei Arbeitslosigkeit auf die pauschale Arbeitslosenunterstützung ab.

Beispiel 2: Sie haben 15 Jahre Berufslaufbahn. Sie bekommen also dreißig zusätzliche Monate (15 x 2m). 10 Monate in der Phase 2B, 6 Monate in der Phase 21, 6 Monate in der Phase 22, 6 Monate in der Phase 23 und 2 Monate in der Phase 24

Eine dauerhafte Fixierung des Leistungsbetrages in der zweiten Leistungsbezugsperiode ist möglich. Sie genießen diesen Vorteil, ab dem Zeitpunkt, wo Sie:

  • nach dem Monat Oktober 2012 das 55. Lebensjahr vollenden;
  • eine ausreichend lange Dauer der Berufslaufbahn nachweisen (hierzu lesen Sie das Infoblatt T136);
  • eine vom Vertrauensarzt des LfA festgestellte bleibende Arbeitsunfähigkeit von mindestens 33% aufweisen.

Diese dauerhafte Fixierung hat zur Folge, dass Sie (bei gleichbleibendem Index und gleichbleibender familiären Situation) während des Rests Ihrer Arbeitslosigkeit den gleichen Betrag beziehen werden. Dabei handelt es sich:

  • entweder um den Betrag der Phase 2A, wenn Sie zu diesem Zeitpunkt bereits eine der vorgenannten Bedingungen erfüllen;
  • oder um den Betrag einer späteren Phase, während der Sie eine dieser Bedingungen zum ersten Mal erfüllen.

Nach einer oder mehreren Arbeitswiederaufnahmen für eine ausreichende Dauer, kehren Sie zur ersten Leistungsbezugsperiode zurück. Dies bedeutet, dass Sie wieder eine höhere Leistung beziehen, nämlich die Leistung, die ab der Phase 11 gilt. In der untenstehenden Tabelle steht, wie lang die Arbeitswiederaufnahme dauern muss, damit die Rückkehr zu diesem höheren Leistungsbetrag bewilligt werden kann:

Vollzeit- oder Teilzeitarbeit?Welches ist die Dauer des Referenzzeitraums?Wie viel Monate Arbeit?
Vollzeit (oder Teilzeit mit einer Entlohnung, die mindestens der Referenzentlohnung [1.593,81€ brutto/Monat] gleich ist, oder mit einer wöchentlichen Arbeitszeit, die mindestens einer 4/5-Zeit entspricht)18 Monate12 Monate Arbeit
mindestens Halbzeit "mit Aufrechterhaltung der Rechte" mit oder ohne Ausgleich (EGU)33 Monate24 Monate Arbeit
mindestens 1/3-Zeit "mit Aufrechterhaltung der Rechte" ohne Ausgleich (EGU)45 Monate36 Monate Arbeit

In anderen Fällen werden die Enddaten der laufenden Phase und der späteren Phasen um die Dauer des dazwischenliegenden Ereignisses aufgeschoben. Dies bedeutet also, dass die Absenkung des Leistungsbetrages im Zeitablauf ausgesetzt wird, solange Sie keine Leistungen beziehen. Dies gilt im Besonderen, bei:

  • Vollzeitarbeit oder Teilzeitarbeit ohne Einkommensgarantieunterstützung (Zulage zur Gewährleistung des Einkommens der Arbeitslosenversicherung) während mindestens 3 Monaten;
  • Arbeit als Selbständige(r) während mindestens 6 Monaten;
  • Aufnahme eines Vollzeitstudiums (ohne Arbeitslosenunterstützung) während mindestens 6 Monaten.

Beispiel: auf der Grundlage einer sechsjährigen beruflichen Vergangenheit, werden Ihnen 10 Monate Leistungsbezug in der Phase 2B, gefolgt von 2 Monaten Leistungsbezug in der Phase 21 bewilligt. Anschließend gilt die pauschale Arbeitslosenunterstützung. Wenn Sie am Anfang der Phase 2B 4,5 Monate arbeiten, werden die Beginndaten der Phase 21 und des Pauschalbetrages um 4 Monate aufgeschoben.

Die Entlohnung, die dem Leistungsbetrag bei Ihrem Erstantrag zugrunde gelegt wurde (siehe die Prozentsätze in der obenstehenden Tabelle) bleibt als Bemessungsgrundlage anwendbar, es sei denn, Sie haben seit mindestens zwei Jahren keine Arbeitslosenunterstützung mehr bezogen. In diesem Fall wird Ihrer Leistung normalerweise von Neuem Ihre letzte Entlohnung zugrunde gelegt.Für Arbeitnehmer ab 45 Jahren, die die Arbeit wieder aufnehmen oder die Arbeit mit Einkommenseinbußen wechseln, und die später ihren Job verlieren, entstehen keine Nachteile aus einer solchen Neuberechnung. Es wird dann weiter die frühere höhere Entlohnung zugrunde gelegt.

Bei Teilzeitbeschäftigungen oder Beschäftigungen in Sonderberufen (z.B. für Künstler) gelten besondere Regeln.

Alterszuschlag – Arbeitswiederaufnahmezuschlag

Der Alterszuschlag wurde am 1. Januar 2015 abgeschafft. Unter bestimmten Bedingungen können Sie diesen Zuschlag noch nach dem 31. Dezember 2014 beantragen, wenn Ihnen im Rahmen einer Massenentlassung gekündigt wurde, wenn Sie eine sog. "lange Berufslaufbahn" nachweisen, wenn Sie einen schweren Beruf ausgeübt haben oder wenn Sie im Bausektor für berufsunfähig erklärt wurden. Hierzu lesen Sie bitte das Infoblatt T148.

Wenn Sie das 55. Lebensjahr vollendet haben und 20 Jahre Berufslaufbahn als Arbeitnehmer nachweisen, können Sie bei einer Arbeitswiederaufnahme einen pauschalen monatlichen Arbeitswiederaufnahmezuschlag von 210,03 Euro beantragen. Dabei kann es sich um eine Arbeitswiederaufnahme als Arbeitnehmer, Beamter oder Selbständiger handeln. Es darf sich aber nicht um eine Arbeit im Auftrag eines Arbeitgebers handeln, für den Sie innerhalb der vergangenen 6 Monate bereits gearbeitet haben. Der Zuschlag hängt nicht vom Arbeitsstundenplan, von der Entlohnung oder von der Art von Vertrag ab. Diesen Zuschlag können Sie einfach erhalten oder wieder erhalten, solange die Arbeitswiederaufnahme fortdauert und Sie das Pensionsalter noch nicht erreicht haben. Der Antrag auf Arbeitswiederaufnahmezuschlag muss jedes Jahr verlängert werden. Sie können unter den gleichen Bedingungen einen vorübergehenden Arbeitswiederaufnahmezuschlag erhalten, wenn Sie die Bedingung der 20 Jahre Berufslaufbahn nicht erfüllen. Der vorübergehende Arbeitswiederaufnahmezuschlag beträgt monatlich zunächst 210,03 Euro (in den ersten 12 Monaten), dann 140,02 Euro (in den darauffolgenden 12 Monaten) und zum Schluss 70,01 Euro (in den letzten 12 Monaten). Hierzu lesen Sie bitte das Infoblatt T92.

Der Arbeitswiederaufnahmezuschlag  gehört zur Befugnisse, die im Rahmen der 6. Staatsreform zum 1. Juli 2014  der Wallonischen Region, der Region Brüssel-Hauptstadt, der Flämischen region und der Deutschsprachigen Gemeinschaft übertragen wurden. Eine Übergangsphase, in der das LfA provisorisch diese Befugnis weiter ausübt, ist vorgesehen. Für nähere Auskünfte, bitte lesen Sie das Infoblatt T92.

Die Berechnung der monatlichen Leistung

Sie können eine tägliche Leistung für alle Tage der Woche, außer den Sonntagen, erhalten. Allerdings erhalten Sie keine Leistung für Tage, an denen Sie gearbeitet haben oder krank waren, für Urlaubstage mit Urlaubsgeld und für Tage, die Sie auf Ihrer Kontrollkarte mit dem Buchstaben A kennzeichnen. Es kommt vor, dass ein Samstag ganz oder teilweise mit einem Arbeitstag gleichgestellt wird. Die Anzahl Tagesleistungen kann als Folge von Arbeit an einem Sonntag vermindert werden. Personen, die freiwillig Teilzeit gearbeitet haben, wird eine bestimmte Zahl "halber Tagesleistungen" gewährt, die Ihrer Arbeitszeit entspricht.

Die Höhe der Tagesleistung wird vom Arbeitslosenamt des LfA festgelegt. Sobald die HfA von dieser Entscheidung in Kenntnis gesetzt worden ist, wird sie Sie davon benachrichtigen. In gewissen Fällen wird ein Berufssteuervorabzug einbehalten. Dieser steht im Moment der Zahlung auf Ihrem Kontoauszug neben dem Tagesbetrag, der Anzahl entschädigter Tage und den anderen eventuellen Abzügen. Die aufgeführten Angaben werden die Folgenden sein:

  • ein Code, mit dem gekennzeichnet wird, dass der auf Ihr Girokonto überwiesener Betrag gewissermaßen gegen Pfändungen geschützt ist: /B/. (seit dem 11/12/2006);
  • Ihre Erkennungsnummer der sozialen Sicherheit (siehe Rückseite Ihres Personalausweises)
  • der Arbeitslosigkeitsmonat (Beispiel 11/2012);
  • die Anzahl bezahlter Tage, gefolgt vom Buchstaben J (z.B. 26 J);
  • der Tagesbetrag, auf den Sie Anspruch haben;
  • dann der Bruttogesamtbetrag;
  • Wenn Sie eine ergänzende Existenzsicherheitsentschädigung beanspruchen können, finden Sie die Buchstaben FSE und den Bruttobetrag dieser Entschädigung;
  • danach kommen die eventuellen Abzüge: der Code FIS steht für den Berufsvorsteuerabzug, der Code RET für alle anderen Abzüge (Pfändungen, Beiträge, Rückforderungen).

Zum Beispiel: /B/ 63070631523 11/12 26DX50,99: 1325,74 FIS: 133,77 RET: 50

Wenn im Laufe eines selben Monats verschiedene Tagesbeträge angewandt werden müssen, wird der Bruttogesamtbetrag nach der Angabe BRUT vermerkt. Die Anzahl Tage und die Tagesbeträge werden nicht mitgeteilt. Näheres über diese Zahlung erfahren Sie bei der HfA.

Ihre Arbeitslosenunterstützung ist abtretbar und pfändbar. Wenn Sie eine Zusatzentschädigung Ihres ehemaligen Arbeitgebers beziehen, werden ab vollendetem 50. Lebensjahr im Prinzip Sozialversicherungsbeiträge abgeführt. Praktische Informationen zur Berechnung erteilt die HfA. Falls Sie die Richtigkeit einer Zahlung bezweifeln, wenden Sie sich an die HfA. Wenn Sie trotz ihrer Erklärungen mit der Zahlung noch immer nicht einverstanden sind, können Sie den Direktor des Arbeitslosenamtes bitten, das Problem zu überprüfen. Zu diesem Zweck verwenden Sie das Formular C 167.3 , das bei der HfA erhältlich ist.

Wünschen Sie nähere Informationen?

Die obengenannten Beträge sind zum unten angegebenen Datum gültig. Sie können infolge einer Änderung des Preisindexes angepasst werden. Die vorangehenden Erklärungen beziehen sich nur auf die allgemeinen Grundsätze. Für ausführlichere Erklärungen können Sie sich an die HfA wenden. Dort erhalten Sie Infoblätter, in denen die verschiedenen Materien umfassend erklärt werden. Sie finden ebenfalls Informationen auf der Webseite des LfA (www.lfa.be) oder auf dieser Webseite.

Letzte Änderung: 25/09/2018